Ein Klimagerät steuerst du smart auf 3 Wegen: per Hersteller-App bei Geräten mit WLAN, per Infrarot-Bridge bei Geräten mit Fernbedienung oder per smarter Steckdose. Die Steckdose schaltet nur Strom ein und aus und muss für die Last des Kompressors ausgelegt sein. Geräte mit eingebauter App findest du im Vergleich mobiler Klimaanlagen.
Inhalt
Welche Wege gibt es, ein Klimagerät smart zu steuern?
Es gibt 3 Wege mit unterschiedlichem Funktionsumfang. Die Tabelle zeigt, was jeder Weg kann.
| Weg | Ein/Aus | Temperatur und Modus | Voraussetzung | Grenze |
|---|---|---|---|---|
| Hersteller-App (WLAN im Gerät) | ja | ja | Gerät mit WLAN-Modul | an Hersteller-Cloud und App gebunden |
| Infrarot-Bridge | ja | ja, wie Fernbedienung | Gerät mit IR-Fernbedienung, Sichtkontakt | keine Rückmeldung über den echten Gerätezustand |
| Smarte Steckdose | ja | nein | Gerät startet nach Stromausfall wieder im letzten Modus | Last des Kompressors, kein Komfortgewinn |
Für neue Geräte ist die Hersteller-App der einfachste Weg. Für vorhandene Geräte mit Fernbedienung ist die Infrarot-Bridge die beste Nachrüstung. Die Steckdose ist nur eine Notlösung.
Was kann ein Klimagerät mit WLAN und App?
Ein Klimagerät mit WLAN lässt sich per App ein- und ausschalten, auf eine Zieltemperatur einstellen und im Modus wechseln. Viele Apps bieten Zeitpläne, einen Schlafmodus und die Anbindung an Sprachassistenten.
Zwei Beispiele aus unseren Produktdaten: Die DREO-Klimageräte lassen sich laut Hersteller per App sowie per Siri, Amazon Alexa und Google Home steuern. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und eine Schlafkurve sind einstellbar. Die Midea PortaSplit bietet laut Hersteller eine kostenlose App für Temperatur und Modi.
Ein neuer Standard verbessert die Zusammenarbeit zwischen Marken. Matter ist ein herstellerübergreifender Smart-Home-Standard. Die Connectivity Standards Alliance hat mit Matter 1.2 den Gerätetyp „Room Air Conditioner“ eingeführt. Er umfasst Temperatur- und Lüftersteuerung. Ob ein Gerät Matter unterstützt, steht in den Herstellerangaben.
Die App-Steuerung hat eine Schwäche: Sie hängt an der Cloud des Herstellers. Fällt der Dienst aus oder endet der Support, verliert das Gerät seine Fernsteuerung. Die Fernbedienung funktioniert weiter.
Wie funktioniert eine Infrarot-Bridge?
Eine Infrarot-Bridge ist ein kleines Gerät mit WLAN oder Zigbee, das Infrarot-Signale aussendet. Sie lernt die Befehle der Original-Fernbedienung oder nutzt eine Codedatenbank. Danach sendet sie die Befehle per App oder Automation.
Eine IR-Bridge steuert alles, was die Fernbedienung kann: Temperatur, Modus, Lüfterstufe, Timer. Sie braucht Sichtkontakt zum Empfänger am Klimagerät. Ein Platz auf dem Regal gegenüber reicht meist aus.
Einige Bridges unterstützen inzwischen Matter. Damit erscheint ein altes Klimagerät mit Fernbedienung in Apple Home, Google Home oder Amazon Alexa als Klimagerät. Smart-Home-Zentralen wie Homey bieten diese Funktion ebenfalls an.
Die Grenze der IR-Steuerung: Die Bridge weiß nicht, ob das Gerät den Befehl empfangen hat. Wer am Gerät selbst Tasten drückt, bringt die angezeigten Zustände durcheinander. Ein Temperatursensor im Raum zeigt, ob die Kühlung wirklich läuft.
Was kann eine smarte Steckdose am Klimagerät?
Eine smarte Steckdose kann am Klimagerät nur den Strom ein- und ausschalten. Temperatur, Modus und Lüfterstufe bleiben unverändert. Das funktioniert nur, wenn das Gerät nach Stromunterbrechung wieder im letzten Modus startet.
Viele mobile Klimageräte gehen nach Stromausfall in den Standby. Dann bewirkt die Steckdose nichts außer Standby. Prüfe in der Bedienungsanleitung, ob das Gerät eine Wiederanlauf-Funktion hat, oft „Auto-Restart“ genannt.
Ein hartes Abschalten während des Betriebs belastet das Gerät. Der Kompressor stoppt abrupt. Zudem läuft bei Geräten mit Selbstverdunstung das Kondenswasser nicht mehr ab. Deshalb ist die Steckdose als Ein/Aus-Schalter für den Alltag ungeeignet. Als Messsteckdose zur Verbrauchskontrolle ist sie nützlich, wenn sie für die Last ausgelegt ist.
Worauf muss ich bei der Steckdosenlast achten?
Ein Klimagerät ist eine induktive Last mit hohem Anlaufstrom. Eine induktive Last ist ein Verbraucher mit Motor oder Spule, etwa ein Kompressor. Beim Start zieht er kurz deutlich mehr Strom als im Dauerbetrieb.
Smarte Steckdosen haben dafür Grenzen. Zwei Beispiele aus den Herstellerangaben:
- TP-Link Tapo P100: bis 10 A beziehungsweise 2.300 Watt, im Dauerbetrieb höchstens 80 Prozent davon, also etwa 1.840 Watt. Tapo schreibt, dass die Steckdose nicht für leistungsstarke induktive Lasten mit Motor geeignet ist, Motoren nur bis 1 PS. Der Anlaufstrom von Kompressoren kann die Steckdose beschädigen.
- FRITZ!-Smart-Steckdose: laut AVM bis 2.300 Watt ohmsche Last und 2.300 VA induktive Last.
Mehrfachsteckdosen sind ebenfalls begrenzt. Das Innenministerium Baden-Württemberg nennt in den Feuerwehr-Sicherheitstipps eine Auslegung von rund 3.000 bis 3.500 Watt. Mehrfachsteckdosen dürfen nicht hintereinander gesteckt und nicht abgedeckt werden.
Sicherheit: Klimageräte gehören direkt in eine feste Wandsteckdose, nicht an Mehrfachsteckdose, Verlängerungskabel oder eine smarte Steckdose ohne ausdrückliche Freigabe für Kompressorlasten. Prüfe die Herstellerfreigabe von Klimagerät und Steckdose. Wird ein Stecker warm oder löst die Sicherung aus, schalte das Gerät ab und lass den Stromkreis von einer Elektrofachkraft prüfen.
Welche Automationen sind sinnvoll?
Sinnvolle Automationen verbinden das Klimagerät mit Temperatur, Anwesenheit und Fensterstatus. Sie sparen Strom, weil das Gerät nur läuft, wenn es gebraucht wird.
- Vorkühlen vor der Heimkehr: Das Gerät startet 30 Minuten vor Ankunft, gesteuert über Zeitplan oder Standort.
- Fenster-Stopp: Ein Fensterkontakt schaltet das Gerät aus, wenn ein anderes Fenster geöffnet wird. Das Abluftfenster bleibt davon ausgenommen.
- Schwellenwert: Ein Raumsensor startet die Kühlung erst ab einer festgelegten Temperatur.
- Schlafprofil: Die Zieltemperatur steigt in der Nacht schrittweise an.
- Solarüberschuss: Das Gerät läuft bevorzugt, wenn ein Balkonkraftwerk Strom liefert. Details dazu im Artikel Klimaanlage mit Balkonkraftwerk.

DREO Mobiles Klimagerät 12.000 BTU
Ideal für: Smart Homes mit Alexa, Google Home oder Siri
Das Gerät bringt die App-Steuerung schon mit, eine Bridge oder Steckdose ist nicht nötig. Zeitpläne und Sprachbefehle laufen direkt über die Hersteller-App. Für wen nicht: Wer ein lokales Smart Home ohne Cloud betreibt, prüft vorab die Einbindung in die eigene Zentrale.
- Steuerung per App, Siri, Alexa und Google Home laut Hersteller
- Schlafkurve und Feuchte in der App einstellbar
- Kondenswasser verdunstet automatisch laut Hersteller
- Monoblock: Abluftschlauch und Fensterabdichtung nötig
- App-Funktionen an Hersteller-Cloud gebunden
12.000 BTU/h · 45 dB laut Hersteller · Monoblock · Fensterset
559,99 € Preis am 04.11. um 16:39 Uhr; Preise können sich ändern.
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Wer ein besonders leises und effizientes Gerät mit App sucht, findet Modelle im Ratgeber mobile Split-Klimaanlage. Die nötige Kühlleistung berechnet der Klimaanlage-Rechner.
Häufige Fragen zur smarten Steuerung
Kann ich ein Klimagerät mit einer smarten Steckdose steuern?
Nur ein- und ausschalten, und nur wenn das Gerät nach Stromunterbrechung im letzten Modus startet. Die Steckdose muss für induktive Lasten mit Anlaufstrom freigegeben sein. Für Temperatur und Modus brauchst du App oder IR-Bridge.
Wie mache ich ein altes Klimagerät smart?
Mit einer Infrarot-Bridge, die die Befehle der Fernbedienung sendet. Sie steuert Temperatur, Modus und Lüfter per App oder Sprachassistent.
Funktioniert ein Klimagerät mit Alexa oder Google Home?
Geräte mit WLAN und passender Hersteller-App lassen sich oft verknüpfen. Ältere Geräte mit Fernbedienung binden IR-Bridges ein. Die Kompatibilität steht in den Herstellerangaben.
Was ist Matter bei Klimageräten?
Matter ist ein herstellerübergreifender Smart-Home-Standard. Seit Version 1.2 gibt es den Gerätetyp „Room Air Conditioner“ mit Temperatur- und Lüftersteuerung.
Darf ein Klimagerät an eine Mehrfachsteckdose?
Nein. Klimageräte gehören direkt in eine feste Wandsteckdose. Mehrfachsteckdosen sind auf rund 3.000 bis 3.500 Watt ausgelegt und werden mit weiteren Verbrauchern schnell überlastet.
Quellen
- Welche Lasten unterstützt die Tapo/Kasa-Steckdose?, TP-Link Tapo, abgerufen im November
- What kinds of devices can be connected to the FRITZ! smart plug?, AVM/FRITZ!, abgerufen im November
- Brandrisiko Mehrfachsteckdosen, Ministerium des Inneren Baden-Württemberg, abgerufen im November
- Matter 1.2 Arrives with Nine New Device Types, Connectivity Standards Alliance, abgerufen im November
- Control infrared devices via Matter with Homey, Homey, abgerufen im November
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