Hitzeschutz

Sonnenschutzfolie fürs Fenster: Was sie wirklich gegen Hitze bringt

Wie viel Wärme eine Sonnenschutzfolie abhält, ob innen oder außen besser ist und wann du zusätzlich ein Klimagerät brauchst.

Von der RedaktionAktualisiert am So vergleichen wir

Eine Sonnenschutzfolie hält je nach Typ rund 55 bis 87 Prozent der Sonnenenergie vom Raum fern. Außen angebrachte, stark reflektierende Folien wirken am stärksten, innen geklebte Folien sind günstiger, aber schwächer. Reicht das in einem Süd- oder Dachzimmer nicht, ist der nächste Schritt ein Gerät aus unserem Vergleich mobiler Klimaanlagen.

Inhalt
  1. Wie viel Hitze hält eine Sonnenschutzfolie ab?
  2. Innen oder außen: Wo wirkt die Folie besser?
  3. Welche Arten von Sonnenschutzfolie gibt es?
  4. Welche Nachteile hat eine Sonnenschutzfolie?
  5. Darf ich als Mieter eine Folie anbringen?
  6. Wann reicht eine Folie nicht mehr aus?
  7. Häufige Fragen

Wie viel Hitze hält eine Sonnenschutzfolie ab?

Eine stark reflektierende Sonnenschutzfolie lässt laut Stiftung Warentest nur 13 bis 20 Prozent der Sonnenstrahlung in den Raum. Wenig reflektierende Folien halten 55 bis 60 Prozent der Sonnenenergie ab. Die Wirkung hängt also stark vom Folientyp ab.

Stiftung Warentest hat in der Untersuchung „Sonnenschutzfolien: Erschwinglicher Hitzeschutz für das Fenster“ (Heft 06/2021) 11 Folien geprüft, davon 7 stark und 4 wenig reflektierende. Alle Folien wurden außen angebracht. Die stark reflektierenden Folien senkten die Überhitzungsstunden in der Modellrechnung um etwa zwei Drittel. Die wenig reflektierenden Folien schafften mehr als ein Drittel.

Ein Rechenbeispiel aus derselben Untersuchung betrifft ein Dachgeschoss: Die Höchsttemperatur sank dort von 56 auf 34 Grad Celsius. Das zeigt, warum Folien vor allem bei Dachfenstern und großen Südfenstern ihren Nutzen entfalten.

Die Beratungsplattform co2online nennt eine Reduktion der Sonneneinstrahlung um bis zu 80 Prozent, abhängig von der Tönung. Beide Quellen stimmen in der Richtung überein: Je stärker die Folie reflektiert, desto weniger Wärme gelangt ins Zimmer.

Innen oder außen: Wo wirkt die Folie besser?

Eine außen angebrachte Sonnenschutzfolie wirkt besser als eine innen geklebte. Die Außenfolie reflektiert die Strahlung, bevor sie das Glas erwärmt. Eine Innenfolie lässt die Wärme erst durch die Scheibe und wirft nur einen Teil zurück.

Die Verbraucherzentrale ordnet es so ein: Innenfolien sind günstiger, aber weniger wirksam. Außenfolien erfordern meist die Zustimmung der Eigentümer, weil sie die Fassade betreffen. Für innen gilt die Faustregel: Je höher die Reflexion, desto besser.

Derselbe Grundsatz steckt im Abminderungsfaktor FC. Der FC-Wert beschreibt nach DIN 4108-2, welcher Anteil der Sonnenenergie trotz Sonnenschutz durch das Fenster gelangt. Ein kleiner Wert bedeutet besseren Schutz. Innenliegender, weißer Sonnenschutz liegt bei 0,75. Außenliegende Rollläden liegen bei 0,3.

SonnenschutzLageWirkungAufwand
Stark reflektierende Folieaußen13–20 % Sonnenstrahlung gelangen in den Raum (Stiftung Warentest)Zustimmung des Eigentümers nötig
Wenig reflektierende Folieaußenhält 55–60 % der Sonnenenergie ab (Stiftung Warentest)kaum sichtbar, Zustimmung meist nötig
Reflektierende Folieinnengeringer als außen (Verbraucherzentrale)selbst montierbar, günstig
RollladenaußenFC 0,3 nach DIN 4108-2baulich vorhanden oder Nachrüstung

Welche Arten von Sonnenschutzfolie gibt es?

Es gibt 3 Hauptarten von Sonnenschutzfolie: reflektierende Spiegelfolien, getönte Folien und spektralselektive Folien. Sie unterscheiden sich in Hitzeschutz, Lichtdurchlass und Optik.

  • Reflektierende Folien haben eine metallisierte Schicht. Sie halten am meisten Wärme ab und verdunkeln den Raum deutlich. Von außen wirken sie oft verspiegelt.
  • Getönte Folien absorbieren einen Teil der Strahlung. Sie blenden weniger, erwärmen aber die Scheibe stärker.
  • Spektralselektive Folien filtern vor allem Infrarot und lassen mehr sichtbares Licht durch. Stiftung Warentest beschreibt die wenig reflektierende Gruppe so, dass sie die Sicht kaum trübt und Farben natürlich wirken lässt.

Für Mietwohnungen gibt es zusätzlich statisch haftende Folien. Sie haften ohne Kleber und lassen sich am Saisonende abziehen. Die Haftung ist schwächer als bei geklebten Folien.

Welche Nachteile hat eine Sonnenschutzfolie?

Eine Sonnenschutzfolie hat 4 Hauptnachteile: dunklere Räume, weniger Sonnenwärme im Winter, mögliche Blendung der Nachbarn und Risiken für das Glas. Diese Punkte entscheiden, ob eine Folie dauerhaft auf dem Fenster bleibt.

Stiftung Warentest weist darauf hin, dass Folien auch im Winter auf dem Fenster bleiben. Sie lassen dann weniger Sonnenwärme herein und erhöhen die Heizkosten. Bei Nordfenstern lohnt eine Folie deshalb kaum.

Die Verbraucherzentrale warnt: Zu dunkle Folien führen zu Hitzeentwicklung im Fenster und können das Glas beschädigen. Das betrifft vor allem innen geklebte, stark absorbierende Folien auf Isolierglas. Prüfe vor dem Kauf die Freigabe des Folienherstellers für deinen Glastyp.

co2online nennt einen weiteren Punkt: Manche Anbieter verlangen eine Fachmontage, damit die Garantie gilt. Stark spiegelnde Folien können außerdem Nachbarn blenden.

Wann zum Fachbetrieb: Bei Dachfenstern, Dreifachverglasung, Sicherheitsglas oder sehr großen Scheiben übernimmt ein Glaser oder Folienfachbetrieb die Auswahl und Montage. Ein Glasbruch durch thermische Spannung ist teurer als die Fachmontage.

Darf ich als Mieter eine Folie anbringen?

Eine innen angebrachte, rückstandslos entfernbare Folie gilt in Mietwohnungen meist als unproblematisch. Eine Außenfolie verändert die Fassade und braucht laut Verbraucherzentrale in der Regel die Zustimmung der Eigentümer. Kläre das vorab schriftlich mit der Vermietung.

Diese Einordnung ist allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung. Mietvertrag und Hausordnung können eigene Regeln enthalten. Bei Streitfragen helfen Mietervereine weiter. Welche Klimageräte sich ohne Umbau für Mietwohnungen eignen, zeigt der Ratgeber Klimaanlage für die Wohnung.

Wann reicht eine Folie nicht mehr aus?

Eine Sonnenschutzfolie reicht nicht mehr aus, wenn der Raum trotz Folie, Nachtlüften und geschlossener Fenster am Tag dauerhaft über 26 Grad bleibt. Das passiert häufig im Dachgeschoss und in Räumen mit großen Westfenstern. Dann hilft nur aktive Kühlung.

Die Folie bleibt auch dann sinnvoll. Sie senkt die Wärmelast, die ein Klimagerät abführen muss. Ein kleineres Gerät reicht dadurch eher aus. Wie viel Kühlleistung dein Raum braucht, zeigt der Klimaanlage-Rechner. Die Faustformel dort lautet 80 Watt je Quadratmeter für normale Räume und 100 Watt je Quadratmeter für sonnige Räume.

Ein mobiles Monoblock-Gerät führt seine Abwärme über einen Schlauch durch das Fenster ab. Ein Monoblock ist ein Klimagerät, bei dem alle Bauteile in einem Gehäuse sitzen (siehe Glossar: Monoblock). Der Fensterspalt muss dabei abgedichtet sein, sonst strömt warme Luft nach. Wie das funktioniert, erklärt der Ratgeber zur Fensterabdichtung für die Klimaanlage.

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Häufige Fragen zur Sonnenschutzfolie

Wie viel Grad bringt eine Sonnenschutzfolie?

Der Energieversorger Vattenfall nennt eine Senkung der Raumtemperatur um 3 bis 5 Grad. In einer Modellrechnung der Stiftung Warentest sank die Höchsttemperatur in einem Dachgeschoss von 56 auf 34 Grad. Der Effekt hängt von Fenstergröße, Ausrichtung und Folientyp ab.

Ist eine Sonnenschutzfolie innen sinnvoll?

Eine Innenfolie ist sinnvoll, wenn eine Außenfolie nicht erlaubt ist. Sie wirkt schwächer als eine Außenfolie. Wähle eine hell reflektierende Folie und prüfe die Freigabe für deinen Glastyp.

Schadet eine Sonnenschutzfolie dem Isolierglas?

Zu dunkle, stark absorbierende Folien erhitzen die Scheibe und können laut Verbraucherzentrale Schäden verursachen. Reflektierende Folien mit Herstellerfreigabe für Isolierglas senken dieses Risiko.

Lohnt sich eine Sonnenschutzfolie im Winter?

Im Winter lässt die Folie weniger Sonnenwärme herein und erhöht dadurch die Heizkosten. Bei Südfenstern mit starker Überhitzung überwiegt meist der Sommernutzen. Abziehbare, statisch haftende Folien lassen sich saisonal entfernen.

Ersetzt eine Sonnenschutzfolie eine Klimaanlage?

Eine Folie kühlt nicht aktiv, sie verringert nur den Wärmeeintrag. In gut verschatteten Räumen reicht das oft aus. Im Dachgeschoss oder bei großen Westfenstern bleibt ein Klimagerät nötig, die Folie verkleinert aber die benötigte Kühlleistung.

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